Kommt doch ins Grid!
Wehklagen über Spam-Wellen, über unangemessene Postings, über Dauer-Repeater (Extrem-Booster) über mangelnde Berechtigungskontrolle über nicht wirklich funktionierende Inhaltswarnungen sind Teil des Fediverse. Dann auch noch das Beklagen über Zeichenbegrenzungen, unzureichende Formatierungsmöglichkeiten, eingeschränkte Umfragen, Beschränkungen mitgeschickter, oft nicht einbettbarer, sondern nur angehängter Bilder gehören auch dazu.
Mein Rat: Kommt doch ins Grid!
Grid? Was ist das denn?
Das Grid ist der Netzwerkverbund aller Dienste, die Zot6/Nomad als Kommunikationsprotokoll verwenden. Aktuell sind das Hubzilla, (streams) und Zap (das zwar nicht wirklich weiterentwickelt wird... es gibt aber aktuell mindestens einen Hub, der mit Zap läuft).
Innerhalb des Grid greifen nicht nur die herausragenden Möglichkeiten des Berechtigungssystems vollständig, sondern der Zugriff auf beschränkte Ressourcen wird auch noch mittels magicAuth extrem komfortabel, weil der Nutzer sich gar nicht darum kümmern muss, seine Berechtigung für den Zugriff einer Ressource nachzuweisen. Läuft automatisch.
Hinzu kommt dann aber auch noch, dass viele der Vorteile des Berechtigungssystems auch auf die Interaktion mit dem ActivityPub-Fediverse wirken, sofern man sich nicht ausschließlich auf das Grid beschränkt.
Bei Hubzilla und (streams) hat man wirklich die Möglichkeit, ganz exakt festzulegen, wie man mit anderen Nutzern im Fediverse (Kanälen) interagiert. Ich gehe hier auf die Verfahrensweise mit Hubzilla ein, die vielleicht zunächst etwas komplizierter erscheint, aber trotzdem, wenn man es verstanden hat, recht einfach ist. Ich beschränke mich deshalb, weil es ausgesprochen unwahrscheinlich ist, dass irgendwer einen (streams)-Hub findet und sich dort registriert. Hubzilla zu nutzen ist in dieser Hinsicht wesentlich einfacher.
Vordefinierte Rollen oder eigene Entscheidungen
Um seinen Stream (so nennt sich das, was bei anderen Diensten die "Timeline" heißt) sauber zu halten und Belästigungen zu vermeiden, muss man sich zunächst für eine Kanalrolle entscheiden. Foren lasse ich hier bewusst weg, denn die sind ein Spezialfall. Zur Auswahl stehen lediglich drei Varianten: Öffentlich, Persönlich und Benutzerdefiniert. Öffentlich und Persönlich sind bequem, weil einem damit einiges an Denkarbeit abgenommen wird. Allerdings beschränkt man sich damit auch in den Möglichkeiten.
Bei der Kanalrolle "Öffentlich" ist es Verbindungen (also diejenigen, die einem selbst folgen und denen man ebenfalls folg, aber auch jedem im Internet) grundsätzlich erlaubt, unsere öffentlichen Postings zu sehen (in ihrem Stream/ihrer Timeline), unser Standardprofil, unsere Verbindungen, unsere öffentlichen Dateien (Bilder, Dokumente etc.) und unsere Web- und Wikiseiten zu sehen. Außerdem dürfen Verbindungen unsere Beiträge kommentieren, liken/disliken, uns Direktnachrichten schicken, Inhalte unseres Profils liken/disliken und mit uns chatten.
Diese Rechte können wir den Verbindungen (außer wir schränken bestimmte einzelne Inhalte im Zugriff explizit ein) auch nicht verwehren.
Es fällt auf, dass wir selbst es mit diesen Berechtigungen unseren Verbindungen nicht erlauben, uns Postings zu schicken. Wir sehen damit also in unserem Stream nicht, was die Verbindung selbst öffentlich gepostet hat. Damit wäre die Verbindung also nur sowas wie ein "Follower" (wie man es von anderen Diensten kennt). Es muss also noch eine weitere Möglichkeit geben, unseren Verbindungen dieses zu erlauben, damit wir mit unserem Kanal auch ein "richtiges" Social-Network-Erlebnis haben.
Die Berechtigungen, die ich eben beschrieben habe, sind die Berechtigungen der Kanalrollen. Sie beziehen sich also auf unserem Kanal. Es gibt aber auch noch die Kontaktrolle, welche unsere Verbindungen betrifft. In dieser können zusätzliche Berechtigungen eingeräumt werden (aber keine Berechtigungen der Kanalrolle wieder entzogen werden).
Zu jeder Kanalrolle gibt es immer eine Standard-Kontaktrolle. Bei der Kanalrolle "Öffentlich" erlaubt diese Standard-Kontaktrolle unseren Verbindungen, uns ihre Beiträge in unseren Stream zu schicken. Die werden damit also auch "followed". Zusätzlich erteilt die Standard-Kontaktrolle unseren Verbindungen auch noch das Wall-to-Wall-Posting und das Spiegeln unserer Beiträge in einem anderen Kanal. Auf diese beiden Spezialfälle gehe ich jetzt hier nicht ein. Wir ignorieren sie einfach erstmal.
Ein Kanal mit der Kanalrolle "Öffentlich" verhält sich also genau so, wie man das von ganz normalen Social-Network-Accounts erwartet.
Hinweis: Alles, was wir mit einem solchen Kanal veröffentlichen, wird auch öffentlich geteilt, sofern wir dies nicht für eine einzelne Ressource explizit anders festlegen.
Bei der Kanalrolle "Persönlich" ist es grundsätzlich erlaubt, unsere öffentlichen Postings (als "Follower") und unser Standard-Profil zu sehen. Ebenso unsere öffentlich geteilten Dateien, Webseiten und Wikis. Mehr nicht!
Auch "Persönlich" hat eine spezielle Standard-Kontaktrolle. Diese erlaubt es Verbindungen zusätzlich , uns Beiträge in unseren Stream zu schicken ("Followed") und unsere Verbindungen zu sehen.
Beachte: Alles, was wir mit einem solchen Kanal veröffentlichen ist nicht öffentlich, also nur für unsere Verbindungen zu sehen, sofern wir die Ressource nicht explizit als "öffentlich" veröffentlichen. Das ist ein entscheidender Unterschied zur Kanalrolle "Öffentlich".
Das Verhalten, dass bei der Kanalrolle "Persönlich" grundsätzlich erstmal nur an Verbindungen und damit nicht-öffentlich geteilt wird, liegt nicht an der Kanalrolle und auch nicht an der Standrad-Kontaktrolle, sondern am Mechanismus der Privacy Gruppen.
Auch wenn die App "Privacy Gruppen" nicht installiert ist, verfügt jeder Kanal über eine Privacy Gruppe namens "Freunde". Alle neuen Verbindungen werden dieser Privacy Gruppe automatisch zugewiesen. Bei der Kanalrolle "Öffentlich" hat das keine direkten Auswirkungen. Sehr wohl aber bei der Kanalrolle "Persönlich". Hier ist die Privacy Gruppe "Freunde" nämlich so konfiguriert, dass alles, was wir teilen grundsätzlich nur an Mitglieder dieser Gruppe geteilt wird. Das bewirkt, dass wir nicht-öffentlich teilen, es sei denn, wir stellen das für eine einzelne Ressource explizit ein.
Die dritte Kanalrolle, "Benutzerdefiniert" ist die flexibelste und auch diejenige, die man auswählen sollte, wenn man wirklich alle Unzulänglichkeiten unterbinden möchte, die andere Fediverse-Dienste aufweisen.
"Benutzerdefiniert" bedeutet, dass man auch die Kanalrolle in allen Berechtigungen selbst einstellen kann. In der Grundeinstellung, also wenn man einen Kanal mit dieser Rolle frisch erstellt hat, entspricht die Kanalrolle des Rolle "Persönlich", erlaubt aber grundsätzlich auch, dass Dritte unsere Verbindungen sehen können. Die Standard-Verbindungsrolle entspricht 1:1 der Verbindungsrolle "Persönlich". Die Privacy-Gruppe "Freunde" ist hingegen wieder so eingestellt, dass grundsätzlich öffentlich geteilt wird.
Eigene Entscheidungen
Wer nun also von seinem Social-Network-Dienst mehr möchte, als 08/15, muss Entscheidungen treffen, also ein wenig Hirnschmalz investieren. Ohne das geht es nicht... weder bei Hubzilla, noch bei irgendeinem anderen System, denn dieses weiß ja nicht, kann ja nicht ahnen, was wir möchten. Das müssen wir schon selbst wissen oder uns klarmachen. Wer das nicht will, muss halt mit den vordefinierten Rollen leben, die auch schon vieles besser machen, als bei manchem anderen System und die -- aufgrund der vorhandenen Mechanismen -- durchaus gewisse Dinge unterbinden können.
Möchte man aber kein System "von der Stange", sind einige Vorüberlegungen und Einstellungen notwendig.
Zunächst einmal hier die einzelnen Berechtigungen, die Hubzilla zur Konfiguration anbietet:
- Kann meinen Kanal-Stream und meine Beiträge sehen
- Kann mir die Beiträge aus seinem Kanal schicken
- Kann mein Standardprofil sehen
- Kann meine Verbindungen sehen
- Kann meine Datei- und Bilderordner sehen
- Kann in meine Datei- und Bilderordner hochladen/ändern
- Kann die Webseiten meines Kanals sehen
- Kann meine Wiki-Seiten sehen
- Kann Webseiten in meinem Kanal erstellen/ändern
- Kann meine Wiki-Seiten bearbeiten
- Kann auf meiner Kanal-Seite ("wall") Beiträge veröffentlichen
- Darf meine Beiträge kommentieren und mögen/nicht mögen
- Kann mir direkte Nachrichten schicken
- Kann Profile und Profilsachen mögen/nicht mögen
- Kann mit mir chatten
- Kann meine öffentlichen Beiträge in anderen Kanälen zitieren/spiegeln
- Kann meinen Kanal administrieren
Etliche dieser Berechtigungen erklären sich von selbst, einige sind vielleicht nicht so klar und einige wenige kann man falsch verstehen. Im Anhang gibt es eine Tabelle, in der genauer erklärt wird, was sich hinter den Berechtigungen verbirgt.
Diese Berechtigungen sind das WAS, also was andere mit Inhalten/Ressourcen unseres Kanals tun können.
Dazu gehört dann aber auch noch das WER! Damit legen wir fest, wem bestimmte Dinge erlaubt bzw. verboten sind:
- Jeder im Internet
- Jeder authentifizierte
- Alle Hubzilla-Mitglieder
- Jeder auf dieser Webseite
- Beliebige Verbindungen
- Angenommene Verbindungen
- Nur die, denen Du es explizit erlaubst
- Nur ich
Auch hier gibt es einige "Wers", die etwas näher erläutert werden müssen. Dafür gibt es ebenfalls eine kleine Tabelle im Anhang.
Die Wichtigsten Adressaten für Berechtigungen sind: "Jeder im Internet" und "Nur die, denen Du es explizit erlaubst".
Nun ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, was man wem denn nun erlauben möchte. Dafür arbeitet man einfach die einzelnen Berechtigungen hintereinander ab und legt die Berechtigten fest.
Im Hauptmenü (das Menü, welches sich hinter unserem Avatarbild versteckt) wählt man
Einstellungen ➔ Kanal-Einstellungen
und legt im Abschnitt Grundeinstellungen die gewünschte Kanalrolle (Channel Role) fest. Also für unsere Zwecke "Benutzerdefiniert".
Nun wechselt man zu Einstellungen ➔ Privacy-Einstellungen
Die Grundeinstallungen dort sind selbsterklärend und sollten nach den eigenen Wünschen festgelegt werden. Wichtig ist hier die einzige "nicht selbsterklärende" Einstellung "Enable OCAP access". Dies ermöglicht, dass Medien (Bilder etc.) auch dann in einem Thread angezeigt werden, wenn diese eigentlich im Zugriff eingeschränkt sind. Wird diese Option nicht gewählt, kann es vorkommen, dass man eingebettete Bilder in manchen Threads nicht sieht. Meine Empfehlung: Option einschalten!
Die eigentliche Einstellung der Berechtigungen, die unser Kanal einräumt, findet man unter dem Button "Benutzerdefinierte Konfiguration der Channel Role" (dies wird bei den Kanalrollen "Öffentlich" und "Persönlich" nicht angezeigt, weil man diese dort nicht ändern kann).
Es wird eine Warnung angezeigt, die zwar berechtigt ist, aber wir WISSEN ja, was wir tun wollen.
Die sorgfältig konfigurierte Kanalrolle
Deshalb klicken wir auf den Button "Risiko akzeptieren und weitermachen" und landen im Formular für die genannten Berechtigungen. Die können wir nun nach unseren Wünschen und nachdem wir uns Gedanken gemacht haben, entsprechend konfigurieren.
Dabei aber immer daran denken: Die Berechtigung, die wir hier erteilen, können wir generell nicht zurücknehmen. Wir können sie höchstens in Einzelfällen "übersteuern", indem wir Inhalte/Ressourcen über die Berechtigungs-Einstellungen bestimmten Verbindungen zugänglich machen.
Es ist also ausgesprochen sinnvoll, bei der Kanalrolle so wenig freizügige Berechtigungen zu vergeben, wie möglich und nur so viele, wie für den Zweck absolut nötig.
Bedenkt: Nur was Ihr für "Jeder im Internet" erlaubt, kann auch wirklich öffentlich gesehen werden. Die spezielleren Berechtigungen sind eher etwas für Spezialfälle. "Nur die, denen Du es explizit erlaubst" wirkt sich hingegen ausschließlich auf Verbindungen aus.
Bedeutet: Alles, was wirklich jeder im Internet sehen können soll, bekommt "Jeder im Internet" (bei einem typischen öffentlichen Social-Network-Kanal) sind das "Kann meinen Kanal-Stream und meine Beiträge sehen", "Kann mein Standardprofil sehen" und "Kann meine Datei- und Bilderordner sehen". Wer öffentlich Wiki- oder Webseiten anbietet, erlaubt auch das Anschauen dieser durch jeden im Internet.
Den Rest kann man dann ruhigen Gewissens auf "Nur die, denen Du es explizit erlaubst" setzen. Damit können sich die Berechtigungen nur auf die eigenen Verbindungen auswirken.
Die passenden Kontaktrollen
Euch muss an dieser Stelle bewusst sein, dass die Standard-Kontaktrolle sehr viele zusätzlich Berechtigungen vergibt:
Diese Kontaktrolle kann man durchaus nutzen, um ein eher "klassisches" Social-Network-Verhalten für bestimmte Verbindungen zu erhalten.
Wenn man aber wirkliche Kontrolle haben möchte, muss man sich für andere Verbindungen weitere Kontaktrollen erstellen.
"Follower"
Sinnvoll wäre z.B. als neuer Standard für neue Verbindungen die Rolle "Follower". Diese erstellen wir, setzen die Option "Neuen Kontakten automatisch diese Rolle zuweisen" (damit wird die Option aus der Standard-Kontaktrolle gelöscht) und geben keine weiteren Berechtigungen, außer "Darf meine Beiträge kommentieren und mögen/nicht mögen". Damit verfügen Verbindungen mit dieser Kontaktrolle nur die in der Kanalrolle vergebenen Berechtigungen plus die Möglichkeit zum Kommentieren und liken/disliken. Wenn sich jemand mit Eurem Kanal verbindet, dann verhält er sich wie ein reiner Follower. Diese Kontaktrolle ist sinnvoll, wenn Ihr es anderen gestatten möchtet, Euch zu folgen.
Wenn Ihr meint, solche "Follower" sollten auch Eure Verbindungen anschauen können, gewährt Ihr zusätzlich halt auch diese Berechtigung.
"Followed"
Die nächste sinnvolle Kontaktrolle könnte dann z.B. "Followed" genannt werden. Dieser Rolle räumt Ihr dann, zusätzlich zu den Berechtigungen von "Follower", noch "Kann mir die Beiträge aus seinem Kanal schicken" ein, damit Ihr auch die Beiträge der Verbindung in Eurem Stream sehen könnt. Damit es sich auch "echt" anfühlt, wären hier auch noch die Berechtigungen "Kann mir direkte Nachrichten schicken", "Kann Profile und Profilsachen mögen/nicht mögen" und "Kann mit mir chatten" praktikabel.
Diese Kontaktrolle vergebt Ihr dann, wenn Ihr selbst eine Verbindung zu einem fremden Kanal herstellt... und an Kanäle, die Euch eine Kontaktanfrage schicken und denen Ihr "zurückfolgen" möchtet.
"Followed+"
Eine Weitere Kontaktrolle würde ich "Followed+" nennen. Die ist für Kontakte aus dem Grid, und von den owa-fähigen Deinsten Forte und Friendica. Diesen kann man die zusätzliche Berechtigung "Kann auf meiner Kanal-Seite ("wall") Beiträge veröffentlichen" erteilen (wenn man denn möchte). Das Wall-to-Wall-Posting ist eine spezielle Art, Postings zu veröffentlichen. Wen eine unserer Verbindung ein Wall-Posting auf unserem Kanal veröffentlicht, dann erscheint dieses Posting in unserem Kanalstream. Es ist also in unserem Kanal veröffentlicht.
Mehr
Für gute Freunde, verwandte, Mitglieder eines Teams, Vereins etc. kann man dann, je nach Notwendigkeit noch weitere Berechtigungen vergeben und für jede erdenkliche Art von Verbindungen ganz exakt zugeschnittene Kontaktrollen erstellen.
Privacy Gruppen für genauere Steuerung
Privacy Gruppen sind Gruppen von Verbindungen, mit denen man das Teilen von Inhalten steuern kann. Sie ähneln dem, was man bei Google+ als "Kreise" kannte und was bei Diaspora* als "Aspekte" existiert. Möchte man einen Inhalt an eine bestimmte Gruppe von Verbindungen teilen, so kann man diese Verbindungen in eine Gruppe einfügen und mit den Berechtigungs-Einstellungen festlegen, dass der Inhalt ausschließlich mit den Gruppenmitgliedern geteilt wird. Das macht eine geschlossene Gruppenkommunikation möglich.
Eine weitere praktische Anwendung von Privacy Gruppen ist das zuteilen von Kontaktrollen auf einen Rutsch. Wenn man eine Kontaktrolle in der App "Contact Roles" öffnet, kann man auswählen, dass diese Kontaktrolle allen Gruppenmitgliedern einer Privacy Gruppe zugewiesen wird. Beachte: Das wirkt sich nur auf Verbindungen aus, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Privacy Gruppe befanden. Auf später hinzugefügte Verbindungen wirkt es sich nicht aus. Hier muss man ggf. die Gruppen-Zuweisung wiederholen.
Die Repeat-Hölle verlassen
Es gibt Nutzer im Fediverse, die wirklich exzessiv "Boosten/Repeaten". Trotzdem mag man diesen Nutzern folgen, weil die wenigen (oder vielleicht nicht einmal wenigen) ihrer eigenen Postings insteressant sind und man sie in seinem Stream finden möchte. Aber es kommt zu viel "Rauschen" herein, weil halt auch zu viel wiederholt wird. Bei Hubzilla ist es kein Problem, diese Repeats loszuwerden, ohne die "echten" Postings zu verlieren. Man kann für jede Verbindung einen Filter einrichten, der z.B. Repeats der Verbindung nicht in den Stream importiert.
Dafür öffnet man aus der App "Verbindungen" heraus den Verbindungs-Editor (kleines Bleistift-Symbol) und trägt im Tab "Filter für den Inhalt" im Feld "Beiträge mit diesem Text nicht importieren" die Zeile
?verb == Announce
ein. Damit werden Repeats (Wiederholungen / Boosts) von dieser Verbindung nicht mehr in den eigenen Stream importiert.
Kanalfilter
Neben den eben erwähnten Kontaktfiltern gibt es auch noch Kanalfilter, die sich auf den gesamten Kanal auswirken. Auch hier könnte man z.B. die Zeile zur Repeat-Unterdrückung unterbringen. Das würde dann aber bewirken, dass gar keine Repeats mehr im Kanal erscheinen, also auch solche nicht, die vielleicht erwünscht sind.
Kanalfilter findet man unter Einstellungen ➔ Kanal-Einstellungen ➔ Beiträge mit diesem Text nicht importieren
Inhaltswarnung
Während bei den meisten Diensten im Fediverse der Verfasser dafür verantwortlich gemacht wird, bestimmte Inhalte hinter einer Inhaltswarnung zu verstecken, funktioniert Hubzilla genau anders herum. Hier legt der Empfänger fest, was ihn "triggern" könnte oder was ihn "nervt". Das ist eigentlich auch ausgesprochen sinnvoll, weil ich selbst am besten weiß, was ich nicht sofort in meinem Stream sehen möchte. Wenn der Absender dafür verantwortlich ist, muss er ja erahnen, was ich nicht sehen möchte... und verbirgt solche Inhalte dann zwangsweise auch vor anderen Nutzern, die davor aber gar nicht gewarnt werden möchten.
Wer sich mit Hubzilla also vor bestimmten Inhalten schützen möchte, installiert die App "NSFW". Das ist eine einfache Filter-App, in welcher man eingeben kann, bei welchen Inhalten ein Posting zunächst ausgeblendet hinter einer Schaltfläche verborgen bleibt. Es kommt also nicht darauf an, das der Absender errät, was ich nicht sehen möchte und eine Inhaltswarnung verwendet (die sich dann auch auf alle auswirkt, die seinen Beitrag anschauen), sondern darauf, dass ich als Empfänger festlege, was verborgen werden soll.
Bewege ich mich also nur im Grid und habe auch nur Verbindungen zum Grid, muss ich mich um die Befindlichkeiten anderer nicht kümmern. Sobald man aber auch Teil des Fediverse wird, hilft unseren "NSFW"-App nicht weiter, denn die meisten anderen Dienste haben diesen Mechanismus nicht. Möchten wir also rücksichtsvoll vorgehen, müssen wir doch auch für andre mitdenken und erraten, was irgendwen in der weiten Welt "triggern" könnte.
Und das Ausblenden eines solchen Eintrags verwirklichen wir dann einfach, indem wir das Zusammenfassungsfeld (Summary) im Beitragseditor z.B. mit "Inhaltswarnung" befüllen. Nun sind auch nutzer anderer Dienste "geschützt".
Nun aber ein Spezialfall:
Es ist allgemein bekannt, dass viele sich entsetzt schütteln, wenn sie in einem Posting von Dieter Bohlen angestarrt werden (mir selbst geht es nicht so... ich mag ihn... zu erklären weshalb, würde hier aber zu weit führen). Nun wollen wir ein Posting verfassen, in welchem ein Bild von D. B. eingebunden ist. Um Nutzer aus dem Grid zu schützen, müsste ich z.B. das Wort "Bohlen" im Text unterbringen, und schon wären alle "gerettet", die in "NSFW" dieses Wort als Filter haben.
Aber angenommen, wir wollen nur das Bild selbst ausblenden und ahnen, dass es Nutzer gibt, die gerne mit Holz arbeiten und deshalb das Wort "Bohlen" auch nicht als Inhaltswarnung im Filter haben. Nun, dann können wir das Bild bei Hubzilla einfach zwischen die Tags [spoiler][/spoiler] packen. Funktioniert prima! Nur... für Mastodon-Nutzer funktioniert das nicht. Mastodon (und viele andere Fediverse-Dienste) kennen keinen extra Spoiler. Hinzu kommt das bei vielen dieser Dienste Bilder gar nicht in ein Posting eingebunden werden, sondern als Anhang am Posting dranhängen. Selbst wenn sie das Spoiler-Tag kennen würden, würde der Empfänger das Gesicht von D. B. wieder sehen, weil es außerhalb des Postings unten dranhängt.
Aber ehrlich... das soll echt nicht UNSER Problem sein. Wir können alles dafür tun, dass bestimmte Inhalte verborgen bleiben, aber nichts daran ändern, wenn andere Dienste das nicht richtig verarbeiten.
Abgesehen davon ist es möglich auch Teile eines Postings zunächst zu verbergen (BTW: beliebig viele Teile), indem man das Spoiler-Tag verwendet. Funktioniert aber zuverlässig halt nur im Grid.
Zeichenbegrenzung
Na ja, was soll man sagen?
Hubzilla packt an die 16 Millionen Zeichen. Dieser Artikel hier ist also ein Fliegenschiss mit ca. 24.000 Zeichen. 
Textgestaltung
BBcode "Hubzilla-Flavour" bietet umfangreiche Textgestaltungsmöglichkeiten. Leider werden diese vom derzeitigen Beitragseditor nicht alle vereinfacht z.B. über Buttons und Dialoge angeboten. Hier müsste dringend noch nachgebessert werden (könnte mein nächstes Projekt werden). Zumindest verfügt der Editor über eine Autovervollständigung, die hilfreich ist, wenn man weiß, was die BBcode Tags bewirken.
Was Hubzilla von vielen Diensten unterscheidet ist, dass Medien wirklich in den Beitrag eingebettet werden, also an der Stelle erscheinen, wo wir sie unterbringen. Die Anzahl an Medien ist außerdem ebenfalls nicht beschränkt.
Bedenkt aber, wenn Ihr Beiträge ins Fediverse teilt, dass es Dienste gibt, die nicht nur Medien (also z.B. Bilder) hinten anhängen, sondern auch auf wenige (bei Mastodon vier) begrenzen. Es ist deshalb sinnvoll, einen Hinweis auf die tatsächliche Anzahl von Bildern hinzuweisen und dass es erforderlich sein kann, das Original-Posting auf Eurer Heimat-Instanz zu besuchen, um alle Bilder (und die auch noch korrekt eingebettet) sehen zu können. Klingt komisch, ist aber so.

Fazit
Kommt einfach ins Grid! Besorgt euch einen Account bei Hubzilla. Ihr könnt das ja zusätzlich zu Eurem aktuellen Fediverse-Account tun. Und importiert Eure Follower-/Following-Liste. Dafür gibt es (sofern der von Euch gewählte Hub das Addon installiert hat) inzwischen ein Addon, das die typischen Exportdateien (csv) von Mastodon und co. verarbeitet. Richtet Euren Kanal so ein, wie Ihr es euch vorstellt und nutzt es.
Es ist durchaus möglich, dass Ihr dann irgendwann immer öfter mit Hubzilla, statt mit dem ursprünglichen Dienst im Fediverse unterwegs seid. Und wenn Ihr dann auch noch Kontakte zu Nutzern im Grid habt, werdet Ihr feststellen, dass die soziale Interaktion damit noch viel komfortabler ist. Vielleicht wagt ja dann irgendwann auch die eine oder andere eurer alten Verbindungen auch den Schritt und Ihr könnt den Komfort gemeinsam genießen.
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Jay16K
Als Antwort auf Zeroday Podcast (stefan) • • •xkcd.com/1179/
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